Wie heißen sie?

Immer stellt sich beim Schreiben die Frage nach den Namen der Akteure. Manchmal taucht diese Frage spät auf, meistens steht bei Beginn im Raum. Die Namenswahl ist immer ein wichtiger Moment, schließlich sollen die handelnden Figuren nicht irgendwie heißen, sondern der Name soll etwas ausdrücken, einen Teil der Persönlichkeit transportieren. Diese Namenswahl ist ob im Roman, einer Erzählung oder einem Theaterstück stets die Gelegenheit über die zu benennenden Figuren nachzudenken. Denn hat man den ‚richtigen‘ Namen gefunden, ergeben sich Handlungen oder Dialoge manchmal wie von selbst.
Bei der Dramatisierung eines Romans stellt sich diese Frage eigentlich nicht, der Autor hat sie längst beantwortet. Daß ich bei der Arbeit an „Die verlorene Bibliothek“, dennoch bei der Namensgebung stockte, mag im ersten Moment überraschen, hat aber durchaus seine Gründe.
Der Roman ist die Autobiographie einer Kultur. Und es ist ein Buch mit autobiographischen Zügen des Autoren. Walter Mehring spricht von sich und seinem Vater. So, wie er von toten und lebenden Autoren schreibt,

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